Lernskript
Reflexionsgespräch führen
Reflexionsgespräch führen
Reflexionsgespräche sind ein wichtiger Bestandteil der Praxisanleitung.
Sie helfen Auszubildenden dabei, Erfahrungen bewusst wahrzunehmen, Handlungen zu hinterfragen und aus Praxissituationen zu lernen.
Ziele eines Reflexionsgesprächs
Reflexionsgespräche dienen dazu:
- Erfahrungen zu verarbeiten
- Lernprozesse sichtbar zu machen
- berufliche Handlungskompetenz zu fördern
- eigene Stärken und Schwächen zu erkennen
- zukünftiges Handeln zu verbessern
Warum ist Reflexion wichtig?
Pflege besteht nicht nur aus praktischem Handeln.
Auszubildende müssen lernen:
- Entscheidungen zu begründen
- Zusammenhänge zu erkennen
- Situationen einzuschätzen
- eigenes Verhalten kritisch zu betrachten
Reflexion unterstützt diesen Lernprozess.
Geeignete Fragen zur Reflexion
Praxisanleitende können beispielsweise fragen:
- Wie haben Sie die Situation erlebt?
- Was ist Ihnen gut gelungen?
- Wo hatten Sie Schwierigkeiten?
- Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?
- Welche Erkenntnisse nehmen Sie mit?
Rolle der Praxisanleitung
Praxisanleitende begleiten den Reflexionsprozess.
Dabei sollten sie:
- aktiv zuhören
- offene Fragen stellen
- zum Nachdenken anregen
- unterschiedliche Sichtweisen zulassen
- wertschätzend kommunizieren
Beispiel aus der Praxis
Ein Auszubildender führt eine Blutdruckmessung durch.
Im Reflexionsgespräch wird besprochen:
- Wie sicher fühlte er sich?
- Welche Schritte verliefen problemlos?
- Wo bestanden Unsicherheiten?
- Welche Verbesserungsmöglichkeiten gibt es?
Dadurch wird Lernen bewusst gemacht.
Häufige Fehler
Reflexionsgespräche sollten nicht zu einer Prüfungssituation werden.
Ungünstig sind:
- reine Wissensabfragen
- Vorwürfe
- Unterbrechungen
- vorschnelle Bewertungen
Ziel ist die gemeinsame Reflexion, nicht die Kontrolle.
Bedeutung für die Ausbildung
Regelmäßige Reflexionsgespräche fördern die Entwicklung professioneller Handlungskompetenz.
Sie unterstützen Auszubildende dabei, Erfahrungen in Wissen umzuwandeln und ihre pflegerische Praxis kontinuierlich weiterzuentwickeln.