Pflege von Menschen mit chronischen Wunden
Chronische Wunden sind Wunden, die über einen längeren Zeitraum nicht regelgerecht heilen. Dazu gehören zum Beispiel Ulcus cruris, diabetisches Fußsyndrom oder Dekubitalulzera.
Der Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ beschreibt, wie Pflegekräfte Betroffene systematisch versorgen, beraten und begleiten.
Chronische Wunden betreffen nicht nur die Haut. Sie können Schmerzen verursachen, Beweglichkeit einschränken, Scham auslösen und die Lebensqualität deutlich senken.
Ziele
Ziel der Pflege ist es, die Wundheilung zu unterstützen und Belastungen für die betroffene Person zu reduzieren.
Wichtige Ziele sind:
- Wundheilung fördern
- Beschwerden und Schmerzen lindern
- Infektionen und Komplikationen vermeiden
- Haut und Wundumgebung schützen
- Selbstständigkeit fördern
- Lebensqualität verbessern
Wichtige Inhalte
Bei chronischen Wunden reicht es nicht, nur den Verband zu wechseln. Entscheidend ist eine regelmäßige und strukturierte Einschätzung der gesamten Situation.
Wichtige Inhalte sind:
- Ursache und Wundart erkennen
- Wundgröße, Wundrand, Wundgrund und Exsudat beurteilen
- Geruch, Schmerzen und Infektionszeichen beobachten
- Haut der Wundumgebung kontrollieren
- Mobilität, Ernährung und Durchblutung berücksichtigen
- Belastungen im Alltag erfassen
- interprofessionell zusammenarbeiten
Du musst die Wunde, die Ursache, die Schmerzen, die Lebensqualität und die gesamte Situation der betroffenen Person beachten.
Pflegerische Maßnahmen
Pflegerische Maßnahmen richten sich nach Wundart, Ursache, ärztlicher Anordnung und individueller Situation.
Wichtige Maßnahmen sind:
- Wunde fachgerecht beobachten und dokumentieren
- Verbandwechsel hygienisch und nach Anordnung durchführen
- geeignetes Verbandmaterial korrekt anwenden
- Haut der Wundumgebung schützen
- Schmerzen vor, während und nach der Versorgung beachten
- Infektionszeichen früh erkennen und weitergeben
- Betroffene beraten und anleiten
- Druck, Reibung oder Feuchtigkeit vermeiden
- Ernährung und Flüssigkeitszufuhr beobachten
- Zusammenarbeit mit Ärztinnen, Ärzten und Wundexpertinnen sichern
Prüfungsrelevant
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen akuter und chronischer Wunde.
Eine akute Wunde entsteht plötzlich und heilt meist regelgerecht. Eine chronische Wunde besteht länger, heilt verzögert und hat oft eine Grunderkrankung als Ursache.
In Prüfungen zählt vor allem:
- Wunde systematisch beobachten
- Veränderungen korrekt beschreiben
- Schmerzen und Infektionszeichen erkennen
- Maßnahmen fachlich begründen
- Wundversorgung sauber dokumentieren
- Betroffene einbeziehen und beraten
Typische Prüfungsfragen:
- Was unterscheidet eine akute von einer chronischen Wunde?
- Welche Beobachtungskriterien sind bei chronischen Wunden wichtig?
- Warum ist Dokumentation bei chronischen Wunden besonders wichtig?
- Welche Rolle spielt Beratung bei Menschen mit chronischen Wunden?