Applikationsformen
Kurz erklärt
Applikationsformen beschreiben den Weg, über den ein Medikament in den Körper gelangt.
👉 Sie beeinflussen:
- Wirkungseintritt
- Wirkstärke
- Wirkungsdauer
Warum ist das wichtig für die Pflege?
- falsche Applikation kann Wirkung verändern
- kann zu Über- oder Unterdosierung führen
- beeinflusst Sicherheit des Patienten
- sehr prüfungsrelevant
Überblick: Wirkungsgeschwindigkeit
- intravenös (i.v.) → sofort
- intramuskulär (i.m.) → schnell
- subkutan (s.c.) → verzögert
- oral (p.o.) → langsam
👉 wichtig für Verständnis in Prüfungen
Orale Applikation (p.o.)
Medikament wird geschluckt und über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen.
Beispiele:
- Tabletten
- Kapseln
- Tropfen
- Säfte
Vorteile:
- einfach
- schmerzfrei
Nachteile:
- Wirkung verzögert
- abhängig von Verdauung
Sublinguale Applikation
Medikament wird unter die Zunge gelegt.
👉 Aufnahme direkt über die Schleimhaut
Vorteil:
- sehr schneller Wirkungseintritt
Beispiel:
- Nitroglycerin bei Angina pectoris
Rektale Applikation
Medikament wird über den Enddarm verabreicht.
Beispiele:
- Zäpfchen
- Klistiere
Anwendung:
- bei Schluckstörungen
- bei Kindern
- bei Übelkeit/Erbrechen
Subkutane Applikation (s.c.)
Injektion in das Unterhautfettgewebe.
Beispiele:
- Insulin
- Heparin
Eigenschaften:
- langsame, gleichmäßige Wirkung
Intramuskuläre Applikation (i.m.)
Injektion in den Muskel.
Eigenschaften:
- schnellere Wirkung als s.c.
- Depotwirkung möglich
Intravenöse Applikation (i.v.)
Medikament wird direkt in die Vene gegeben.
👉 Wirkung tritt sofort ein
Besonderheiten:
- höchste Wirkungsgeschwindigkeit
- auch höchstes Risiko
Typische Fehlerquellen
- falsche Applikationsform
- Tabletten zerkleinern ohne Prüfung
- Schluckstörungen übersehen
- Verwechslung von s.c. und i.m.
Ein und dasselbe Medikament kann je nach Applikation völlig unterschiedlich wirken.
Wichtige pflegerische Aspekte
Pflegekräfte müssen prüfen:
- kann der Patient schlucken?
- ist die verordnete Form geeignet?
- gibt es Risiken (z. B. Aspiration)?
- wird die Anwendung korrekt durchgeführt?
Besondere Hinweise
- Retardtabletten dürfen nicht zerkleinert werden
- magensaftresistente Tabletten nicht zerstören
- bei Dysphagie alternative Applikationsformen prüfen
Rolle der Pflege
Pflegekräfte sind verantwortlich für:
- korrekte Durchführung
- Beobachtung der Wirkung
- Erkennen von Problemen
- sichere Anwendung
Prüfungsrelevant
Typische Fragen:
- Was sind Applikationsformen?
- Welche Formen gibt es?
- Welche wirkt am schnellsten?
- Wann wird welche Form verwendet?
👉 Wichtig: Wirkungsgeschwindigkeit + Anwendung verstehen