Angst und Unruhe in der Palliativpflege
Angst und Unruhe gehören zu den häufigsten Symptomen in der letzten Lebensphase.
Sie können für Betroffene und Angehörige sehr belastend sein und das Gefühl von Kontrollverlust verstärken.
Pflegekräfte spielen eine wichtige Rolle bei der Erkennung möglicher Ursachen sowie bei der Begleitung und Linderung dieser Beschwerden.
Ursachen von Angst und Unruhe
Angst und Unruhe können unterschiedliche Auslöser haben:
- Atemnot
- Schmerzen
- Einsamkeit
- Unsicherheit
- Delir
- Medikamente
- Angst vor dem Sterben
- Sorgen um Angehörige
Häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.
Symptome
Typische Anzeichen sind:
- innere Unruhe
- Nesteln an Kleidung oder Bettdecke
- Schlafstörungen
- Angstgefühle
- erhöhte Anspannung
- Verwirrtheit
- Rückzug
- motorische Unruhe
Pflegerische Maßnahmen
Ziel der Pflege ist die Vermittlung von Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit.
Wichtige Maßnahmen sind:
- ruhige Kommunikation
- Orientierung geben
- Sicherheit vermitteln
- Angehörige einbeziehen
- reizreduzierte Umgebung schaffen
- Bedürfnisse ernst nehmen
- Präsenz zeigen
- beruhigende Rituale unterstützen
Medikamentöse Unterstützung
Bei starker Belastung können ärztlich verordnete Medikamente eingesetzt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Benzodiazepine
- Neuroleptika
- weitere symptomlindernde Medikamente
Die Behandlung richtet sich immer nach der individuellen Situation der betroffenen Person.
Bedeutung für Angehörige
Angehörige erleben Angst und Unruhe häufig als belastend und hilflos machend.
Pflegekräfte unterstützen durch:
- Aufklärung
- Gespräche
- emotionale Begleitung
- Orientierung
- Anleitung zum Umgang mit belastenden Situationen
Bedeutung für die Pflegepraxis
Angst und Unruhe sind nicht ausschließlich psychische Symptome.
Häufig liegen körperliche Ursachen zugrunde, beispielsweise Schmerzen, Atemnot, Harnverhalt oder ein Delir.
Eine sorgfältige Beobachtung und ganzheitliche Einschätzung sind deshalb besonders wichtig.
Praxis-Tipp
Nicht jede Unruhe bedeutet Angst.
Vor einer rein medikamentösen Behandlung sollten mögliche körperliche Ursachen erkannt und berücksichtigt werden.