Grundlagen
Palliative Care ist ein pflegerisches und medizinisches Konzept zur Begleitung von Menschen mit schweren, nicht heilbaren Erkrankungen.
Das Ziel ist nicht die Heilung der Krankheit, sondern die bestmögliche Lebensqualität.
Was Palliative Care bedeutet
Palliative Care richtet sich an Menschen, die an einer fortschreitenden oder lebensbegrenzenden Erkrankung leiden.
Dabei stehen im Mittelpunkt:
- Linderung von Schmerzen
- Linderung belastender Symptome
- psychische Unterstützung
- soziale Begleitung
- spirituelle Bedürfnisse
Grundhaltung in der palliativen Versorgung
Palliative Care orientiert sich an einer respektvollen und ganzheitlichen Haltung.
Wichtige Grundgedanken sind:
- der Mensch steht im Mittelpunkt
- Würde und Selbstbestimmung bleiben wichtig
- individuelle Wünsche werden ernst genommen
- Angehörige werden mit einbezogen
Typische Beschwerden
In der palliativen Versorgung treten häufig belastende Symptome auf.
Zum Beispiel:
- Schmerzen
- Atemnot
- Übelkeit
- Unruhe
- Angst
- Schwäche
Diese Beschwerden müssen sorgfältig beobachtet und gelindert werden.
Palliative Care bedeutet nicht, dass „nichts mehr getan wird“.
Es bedeutet, dass der Schwerpunkt auf Lebensqualität, Symptomlinderung und Begleitung liegt.
Palliative Versorgung darf nicht mit Sterbebegleitung allein verwechselt werden.
Sie kann schon deutlich vor der letzten Lebensphase beginnen.
In der palliativen Pflege sind kleine Maßnahmen oft besonders wichtig, zum Beispiel:
- gute Mundpflege
- ruhige Ansprache
- angenehme Lagerung
- Beobachtung von Beschwerden
Sterbephasen nach Kübler-Ross
Elisabeth Kübler-Ross beschrieb ein bekanntes Modell, das seelische Reaktionen von Menschen auf Sterben, Tod und Verlust darstellen soll.
Das Modell ist in der Pflegeausbildung sehr bekannt und wird häufig als Orientierung genutzt.
Die fünf Sterbephasen
1. Nicht-wahrhaben-wollen
Betroffene wollen die Situation zunächst nicht akzeptieren.
Typische Gedanken können sein:
- „Das kann nicht sein.“
- „Das stimmt bestimmt nicht.“
- „Da muss ein Irrtum vorliegen.“
2. Zorn
In dieser Phase können Wut, Ärger und Ungerechtigkeit im Vordergrund stehen.
Der Zorn kann sich richten gegen:
- das Schicksal
- Angehörige
- Pflegekräfte
- Ärzte
- Gott
3. Verhandeln
Betroffene versuchen, innerlich oder äußerlich einen Ausweg zu finden.
Zum Beispiel durch Gedanken wie:
- „Wenn ich noch etwas Zeit bekomme, dann …“
- „Wenn ich gesund werde, dann …“
4. Depression
In dieser Phase stehen oft Trauer, Rückzug, Hoffnungslosigkeit und Abschied im Vordergrund.
Der Mensch spürt stärker, was verloren geht oder verloren gehen wird.
5. Zustimmung
In dieser Phase kann eine gewisse innere Ruhe oder Annahme entstehen.
Das bedeutet nicht, dass keine Angst oder Trauer mehr vorhanden ist, sondern dass die Situation eher akzeptiert wird.
Die Sterbephasen nach Kübler-Ross sind ein bekanntes Modell zur Orientierung.
Menschen durchlaufen diese Phasen aber nicht immer in fester Reihenfolge und nicht alle erleben jede Phase.
Das Modell darf nicht schematisch angewendet werden.
Jeder Mensch erlebt Sterben, Verlust und Abschied individuell.
Für die Pflege ist nicht entscheidend, eine Phase „richtig einzuordnen“, sondern aufmerksam wahrzunehmen:
- Was belastet den Menschen gerade?
- Was braucht er im Moment?
- Wie kann Sicherheit und Begleitung gegeben werden?
Bedeutung für die Pflege
Pflegekräfte spielen in der palliativen Versorgung eine wichtige Rolle, weil sie Patienten eng begleiten und oft früh erkennen, was belastet.
Typische Prüfungsfragen
- Was versteht man unter Palliative Care?
- Welche Ziele hat Palliative Care?
- Warum steht Lebensqualität im Mittelpunkt?
- Welche Beschwerden treten in der palliativen Versorgung häufig auf?