Mundpflege in der Palliativpflege
Die Mundpflege gehört zu den wichtigsten pflegerischen Maßnahmen in der Palliativpflege.
Viele schwerkranke Menschen leiden unter Mundtrockenheit, Belägen, Entzündungen oder Schluckbeschwerden.
Eine regelmäßige und individuelle Mundpflege kann das Wohlbefinden deutlich verbessern und Beschwerden lindern.
Bedeutung der Mundpflege
Eine gute Mundpflege unterstützt:
- Wohlbefinden
- Kommunikation
- Nahrungsaufnahme
- Flüssigkeitsaufnahme
- Lebensqualität
Besonders in der letzten Lebensphase ist die Mundpflege häufig wichtiger als die reine Flüssigkeitsgabe.
Häufige Beschwerden
In der palliativen Versorgung treten häufig auf:
- Mundtrockenheit
- belegte Zunge
- Mundgeruch
- Entzündungen der Mundschleimhaut
- Pilzinfektionen
- Schmerzen im Mundraum
- Schluckbeschwerden
- rissige Lippen
Diese Beschwerden können das Sprechen, Essen und Trinken erschweren.
Ursachen
Mögliche Ursachen sind:
- verminderte Flüssigkeitsaufnahme
- Sauerstofftherapie
- Mundatmung
- Medikamente
- Chemotherapie
- Bestrahlung
- Fieber
- allgemeine Schwäche
Häufig wirken mehrere Ursachen gleichzeitig zusammen.
Ziele der Mundpflege
Wichtige Ziele sind:
- Beschwerden lindern
- Mundschleimhaut schützen
- Mundtrockenheit reduzieren
- Infektionen vorbeugen
- Wohlbefinden fördern
- Lebensqualität erhalten
Pflegerische Maßnahmen
Geeignete Maßnahmen sind:
- regelmäßige Mundinspektion
- Lippenpflege
- Anfeuchten der Mundschleimhaut
- Entfernung von Belägen
- Unterstützung bei der Mundhygiene
- Verwendung geeigneter Pflegeprodukte
- Beobachtung von Veränderungen
- Dokumentation
Die Maßnahmen sollten immer an die Bedürfnisse der betroffenen Person angepasst werden.
Wichtige Beobachtungsschwerpunkte:
- Lippen
- Mundschleimhaut
- Zunge
- Zähne
- Zahnfleisch
- Beläge
- Blutungen
- Druckstellen
Mundpflege in der Sterbephase
In der Sterbephase nimmt die Flüssigkeitsaufnahme häufig ab.
Viele Menschen leiden dadurch unter Mundtrockenheit.
Regelmäßige Mundpflege kann:
- Trockenheitsgefühl lindern
- das Wohlbefinden verbessern
- Beschwerden reduzieren
Oft wird Mundpflege als angenehmer empfunden als zusätzliche Flüssigkeitsgaben.
Bedeutung für Angehörige
Angehörige können bei der Mundpflege einbezogen werden.
Pflegekräfte unterstützen durch:
- Anleitung
- Aufklärung
- gemeinsame Durchführung
- Beantwortung von Fragen
Dies kann Angehörigen das Gefühl geben, aktiv helfen zu können.
Bedeutung für die Pflegepraxis
Die Mundpflege ist ein wichtiger Bestandteil ganzheitlicher palliativer Versorgung.
Sie trägt wesentlich zur Symptomlinderung und zur Erhaltung der Lebensqualität bei.
Auch kleine Maßnahmen können für Betroffene eine große Erleichterung darstellen.
Praxis-Tipp
Mundtrockenheit ist eine der häufigsten Beschwerden am Lebensende.
Regelmäßige Mundpflege und Lippenpflege verbessern das Wohlbefinden häufig stärker als große Mengen an Flüssigkeit.