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Übelkeit und Erbrechen in der Palliativpflege

Zu diesem Thema findest du Lernskripte, Prüfungsfälle und passende Quiz-Inhalte.

Übelkeit und Erbrechen in der Palliativpflege

Einleitung

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den häufigsten belastenden Symptomen in der Palliativpflege. Sie beeinträchtigen das Wohlbefinden erheblich, können zu Angst, Erschöpfung, Flüssigkeitsmangel und sozialem Rückzug führen. Für Betroffene bedeutet anhaltende Übelkeit oft eine starke Einschränkung der Lebensqualität.

Das frühzeitige Erkennen möglicher Ursachen und eine gezielte pflegerische Begleitung sind wichtige Bestandteile der palliativen Versorgung.


Definition

Übelkeit (Nausea)

Übelkeit ist ein unangenehmes Gefühl im Magen-Darm-Bereich mit dem Drang zu erbrechen.

Typische Beschwerden:

  • flaues Gefühl im Magen
  • Appetitlosigkeit
  • vermehrter Speichelfluss
  • Schweißausbrüche
  • Schwindel
  • Würgereiz

Erbrechen (Emesis)

Erbrechen bezeichnet die aktive Entleerung des Mageninhalts durch den Mund.

Es handelt sich um einen Schutzmechanismus des Körpers, kann bei schwer kranken Menschen jedoch sehr belastend sein.


Ursachen in der Palliativpflege

Übelkeit und Erbrechen können viele unterschiedliche Ursachen haben.

Medikamentöse Ursachen

Besonders häufig:

  • Opioide
  • Antibiotika
  • Chemotherapeutika
  • Digitalispräparate
  • Eisenpräparate

Erkrankungsbedingte Ursachen

Mögliche Auslöser:

  • Tumorerkrankungen
  • Hirndrucksteigerung
  • Leberversagen
  • Nierenversagen
  • Darmverschluss (Ileus)
  • Verstopfung (Obstipation)
  • Magenentleerungsstörungen

Stoffwechselbedingte Ursachen

Beispiele:

  • Hyperkalzämie
  • Urämie
  • Elektrolytstörungen
  • Dehydratation

Psychische Ursachen

Mögliche Faktoren:

  • Angst
  • Stress
  • belastende Situationen
  • schlechte Erfahrungen
  • Ekel

Symptome

Häufige Beobachtungen:

  • Übelkeit
  • Würgereiz
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Flüssigkeitsmangel
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Schwächegefühl

Folgen für Betroffene

Anhaltende Übelkeit kann zu erheblichen Belastungen führen:

  • reduzierte Lebensqualität
  • verminderte Nahrungsaufnahme
  • sozialer Rückzug
  • Angst vor dem Essen
  • Erschöpfung
  • Dehydratation

Viele Betroffene empfinden die Übelkeit belastender als Schmerzen.


Pflegerische Maßnahmen

Ursachen beobachten

Wichtige Fragen:

  • Wann tritt die Übelkeit auf?
  • Gibt es Auslöser?
  • Besteht ein Zusammenhang mit Medikamenten?
  • Wie häufig kommt es zum Erbrechen?
  • Wie viel wird erbrochen?

Dokumentation unterstützt die ärztliche Therapieplanung.


Angenehme Umgebung schaffen

Hilfreich sind:

  • regelmäßiges Lüften
  • Vermeidung unangenehmer Gerüche
  • ruhige Atmosphäre
  • angenehme Raumtemperatur

Starke Essensgerüche können Übelkeit verstärken.


Ernährung anpassen

Empfehlenswert:

  • kleine Mahlzeiten
  • leichte Kost
  • langsames Essen
  • Wunschkost berücksichtigen

Ungünstig:

  • fettige Speisen
  • stark gewürzte Speisen
  • große Portionen

Flüssigkeitszufuhr unterstützen

Geeignet sind:

  • kleine Schlucke
  • kalte Getränke
  • Eiswürfel
  • bevorzugte Getränke der betroffenen Person

Die individuelle Verträglichkeit steht im Vordergrund.


Mundpflege

Nach Erbrechen sollte eine sorgfältige Mundpflege erfolgen.

Ziele:

  • unangenehmen Geschmack entfernen
  • Mundtrockenheit reduzieren
  • Wohlbefinden fördern

Positionierung

Hilfreich können sein:

  • Oberkörperhochlagerung
  • aufrechte Sitzposition
  • Seitenlagerung bei Erbrechen

Dadurch wird das Aspirationsrisiko reduziert.


Medikamentöse Behandlung

Die Auswahl richtet sich nach der Ursache.

Häufig eingesetzte Medikamente:

  • Metoclopramid (MCP)
  • Haloperidol
  • Dimenhydrinat
  • Ondansetron
  • Dexamethason

Die Verordnung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte.


Bedeutung für Angehörige

Angehörige erleben Übelkeit und Erbrechen oft als besonders belastend.

Wichtige Informationen:

  • Nicht jede Nahrungsverweigerung bedeutet Hunger.
  • Zwang zum Essen kann zusätzlichen Stress verursachen.
  • Der Wunsch nach weniger Nahrung ist am Lebensende häufig.

Eine verständliche Aufklärung kann Ängste reduzieren.


Typische Fehler

Zu vermeiden sind:

  • Druck zum Essen ausüben
  • große Mahlzeiten anbieten
  • unangenehme Gerüche ignorieren
  • fehlende Dokumentation
  • Flüssigkeitsmangel übersehen

Prüfungsrelevantes Wissen

Für Prüfungen wichtig:

  • Übelkeit und Erbrechen haben viele Ursachen.
  • Die Ursachenabklärung ist entscheidend.
  • Nicht-medikamentöse Maßnahmen spielen eine wichtige Rolle.
  • Mundpflege und Positionierung sind pflegerische Kernaufgaben.
  • Angehörige benötigen Aufklärung und Unterstützung.

Prüfungsfrage

Eine palliativ versorgte Person leidet unter starker Übelkeit und wiederholtem Erbrechen.

Welche pflegerische Maßnahme ist besonders sinnvoll?

A) Große Mahlzeiten anbieten

B) Betroffene Person zum Essen drängen

C) Kleine, gut verträgliche Mahlzeiten anbieten

D) Flüssigkeitsaufnahme einschränken

Richtige Antwort: C


Fazit

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den häufigen Symptomen in der Palliativpflege. Durch gezielte Beobachtung, individuelle pflegerische Maßnahmen, symptomorientierte Therapie und eine gute Begleitung von Angehörigen kann die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessert werden.

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