Asthma Pflegeplanung
Die Pflegeplanung bei Asthma ist ein häufiges Thema in der Pflegeausbildung und in Prüfungen.
Wichtig ist, Atemprobleme zu erkennen, richtig zu priorisieren und passende Pflegeziele sowie Maßnahmen abzuleiten.
Fallsituation
Frau Meier, 22 Jahre, leidet an Asthma bronchiale.
Beim Gehen auf dem Flur entwickelt sie plötzlich Atemnot.
Bei der Beobachtung fallen folgende Punkte auf:
- schnelle Atmung
- pfeifende Atemgeräusche
- erschwertes Sprechen
- Unruhe
- Engegefühl in der Brust
- Suche nach dem Notfallspray
Frau Meier ist orientiert und kennt ihre Erkrankung.
Schritt 1: Pflegeprobleme erkennen
Mögliche Pflegeprobleme sind:
- beeinträchtigte Atmung
- Angst
- Aktivitätsintoleranz
- Unsicherheit bei akuter Verschlechterung
- Risiko für Sauerstoffmangel
Schritt 2: Priorität festlegen
Das wichtigste Pflegeproblem ist:
Beeinträchtigte Atmung
Begründung
Bei akuter Atemnot ist die Sauerstoffversorgung gefährdet.
Die Atmung hat deshalb Vorrang vor Mobilisation, Beratung oder Komfortmaßnahmen.
Schritt 3: Pflegediagnose nach PESR
P: Beeinträchtigte Atmung
E: Bronchiale Verengung bei Asthma bronchiale
S: Dyspnoe, pfeifende Atemgeräusche, erschwertes Sprechen
R: Orientiert, kennt ihre Erkrankung und sucht selbstständig nach dem Notfallspray
Ausformulierte Pflegediagnose
Beeinträchtigte Atmung aufgrund einer bronchialen Verengung bei Asthma bronchiale, erkennbar an Dyspnoe, pfeifenden Atemgeräuschen und erschwertem Sprechen. Frau Meier ist orientiert, kennt ihre Erkrankung und sucht selbstständig nach dem Notfallspray.
Schritt 4: Pflegeziele
Kurzfristiges Pflegeziel
Frau Meier kann ihre Atmung unter Unterstützung stabilisieren.
Mittelfristiges Pflegeziel
Frau Meier erkennt frühe Warnzeichen einer Verschlechterung und nutzt geeignete Maßnahmen rechtzeitig.
Schritt 5: Pflegemaßnahmen
Atmung beobachten
- Atemfrequenz beobachten
- Atemgeräusche wahrnehmen
- Sprechdyspnoe beachten
- Hautfarbe beobachten
- Sauerstoffsättigung kontrollieren, wenn verfügbar
Atmung erleichtern
- Ruhe vermitteln
- atemerleichternde Position unterstützen
- enge Kleidung lockern
- langsames Ausatmen anleiten
- Belastung sofort reduzieren
Sicherheit herstellen
- Patientin nicht allein lassen
- Notfallspray ermöglichen
- Wirkung beobachten
- bei Verschlechterung Hilfe organisieren
- Notfallzeichen ernst nehmen
Gesundheitskompetenz fördern
- Trigger besprechen
- richtige Inhalationstechnik beobachten
- Warnzeichen erklären
- Notfallplan ansprechen
- Ressourcen fördern
Weitere Pflegeplanung: Angst
Pflegediagnose
Angst aufgrund akuter Atemnot bei Asthma, erkennbar an Unruhe, ängstlichem Gesichtsausdruck und erschwertem Sprechen. Frau Meier ist ansprechbar und kooperativ.
Pflegeziel
Frau Meier erlebt die Situation als kontrollierbarer und kann Anweisungen besser umsetzen.
Maßnahmen
- ruhig sprechen
- kurze klare Anweisungen geben
- bei der Patientin bleiben
- Sicherheit vermitteln
- hektische Umgebung vermeiden
Weitere Pflegeplanung: Aktivitätsintoleranz
Pflegediagnose
Aktivitätsintoleranz aufgrund eingeschränkter Belastbarkeit bei Asthma, erkennbar an Atemnot beim Gehen auf dem Flur. Frau Meier kann Belastungsgrenzen wahrnehmen.
Pflegeziel
Frau Meier passt körperliche Aktivität an ihre aktuelle Belastbarkeit an.
Maßnahmen
- Belastung dosieren
- Pausen ermöglichen
- Atemnotzeichen beachten
- Aktivitäten planen
- Selbstbeobachtung fördern
Evaluation
Mögliche Evaluationsfragen:
- Ist die Atemnot zurückgegangen?
- Kann Frau Meier wieder in ganzen Sätzen sprechen?
- Haben sich Atemfrequenz und Unruhe verbessert?
- Wurde das Notfallspray korrekt angewendet?
- Erkennt Frau Meier frühe Warnzeichen?
Typische Fehler in Prüfungen
Fehler 1
Mobilisation trotz Atemnot fortsetzen.
Bei Atemnot muss die Belastung sofort reduziert werden.
Fehler 2
Angst als Nebensache betrachten.
Angst kann Atemnot verstärken und muss ernst genommen werden.
Fehler 3
Ressourcen vergessen.
Frau Meier kennt ihre Erkrankung und sucht selbstständig nach ihrem Notfallspray.
Mini-Quiz
Welches Pflegeproblem hat in dieser Situation Vorrang?
A) Aktivitätsintoleranz
B) Beeinträchtigte Atmung
C) Unsicherheit
D) Schlafstörung
Lösung
✅ B) Beeinträchtigte Atmung
Zusammenfassung
Eine gute Asthma Pflegeplanung erkennt Atemprobleme früh, priorisiert die Atmung und leitet passende Pflegeziele sowie Maßnahmen ab.
Besonders wichtig sind Beobachtung, atemerleichternde Maßnahmen und die Förderung der Selbstständigkeit.
Merksatz
Bei Asthma gilt: Erst Atmung stabilisieren, dann Belastung, Beratung und Selbstständigkeit fördern.