Fallbeispiel – Demenz und herausforderndes Verhalten nach Hüftoperation
Umgang mit Demenz, Mangelernährung und herausforderndem Verhalten nach operativer Versorgung.
Fallsituation
Sie arbeiten als Pflegefachperson in einem Pflegeheim.
Die 80-jährige Frau Meier wurde vor wenigen Tagen aus dem Krankenhaus übernommen. Nach einem Sturz erhielt sie eine Hüftprothese.
Frau Meier zeigt deutliche kognitive Einschränkungen und wirkt häufig desorientiert. Sie erkennt ihre Umgebung nicht wieder und sucht ständig nach „ihrem Zuhause“.
Sie ist sehr schlank und verweigert häufig Essen und Trinken.
Als Sie das Zimmer betreten, versucht Frau Meier den Verband an ihrer Hüfte zu entfernen und reagiert aggressiv:
„Lassen Sie mich! Ich gehe jetzt nach Hause!“
Ihr Ehemann sitzt verzweifelt daneben und sagt:
„Ich erkenne meine Frau nicht mehr… ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.“
👉 Typische Prüfungssituation:
- Demenz mit Desorientierung
- herausforderndes Verhalten
- postoperative Gefährdung
- Mangelernährung
- überforderte Angehörige
🧠 Wie gehe ich an diesen Fall heran?
Zuerst prüfe ich die akute Gefährdung.
Frau Meier versucht den Verband zu entfernen.
👉 Risiko:
- Wundkomplikationen
- Selbstgefährdung
→ Sicherheit hat Priorität
Dann bewerte ich das Verhalten:
👉 sie will „nach Hause“
→ Ausdruck von:
- Angst
- Desorientierung
- Unsicherheit
👉 Verhalten ist Kommunikation
Zusätzlich:
- Essverweigerung → Mangelernährung
- Immobilität → Sturzrisiko
- postoperativ → Komplikationsrisiko
Angehörige:
→ überfordert
→ brauchen Anleitung
Meine Denkstruktur:
- Sicherheit gewährleisten
- Verhalten verstehen
- Risiken erkennen
- angepasst kommunizieren
- Angehörige einbeziehen
👉 nicht kontrollieren, sondern führen
Prioritäten im Fall (prüfungsrelevant)
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Selbstgefährdung verhindern → Verband schützen
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Demenzgerecht kommunizieren → Verhalten beeinflussen
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Wundheilung sichern → Komplikationen vermeiden
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Ernährung stabilisieren → Kräfte erhalten
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Angehörige unterstützen → Überforderung reduzieren
Pflegeziele
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Frau Meier lässt den Verband innerhalb kurzer Zeit in Ruhe und zeigt weniger aggressives Verhalten, erkennbar an reduzierter Abwehr bei pflegerischen Maßnahmen.
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Frau Meier wirkt im Kontakt ruhiger und weniger ängstlich, erkennbar an entspannterem Verhalten und weniger verbalen Abwehrreaktionen.
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Die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme verbessert sich innerhalb weniger Tage, erkennbar an regelmäßiger Nahrungsaufnahme und stabilisiertem Allgemeinzustand.
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Der Ehemann fühlt sich im Umgang mit dem Verhalten seiner Frau sicherer und kann unterstützend reagieren.
Prüfungsentscheidung
Frau Meier entfernt wiederholt ihren Verband und reagiert aggressiv.
Was ist die beste pflegerische Maßnahme?
✅ Antwort und Begründung anzeigen
Bewertung
Richtig: C – validierende Kommunikation
Warum?
- Verhalten = Ausdruck von Angst
- Korrektur verstärkt Widerstand
- Beziehung reduziert Eskalation
👉 Ziel ist Beruhigung und Sicherheit
📝 Prüfungsfragen anzeigen
Prüfungsfragen
- Nennen Sie zwei pflegerische Probleme.
- Nennen Sie drei Risikofaktoren für Mangelernährung.
- Nennen Sie zwei Maßnahmen zur Ernährung.
- Welche Expertenstandards sind relevant?
- Nennen Sie zwei Bedürfnisse nach Kitwood.
- Wie können Angehörige unterstützt werden?
- Nennen Sie zwei Alternativen zur Fixierung.
- Warum ist Demenzpflege anspruchsvoll?
🔍 Lösung anzeigen
Lösungen
Probleme
- Desorientierung und herausforderndes Verhalten
- Selbstgefährdung
Risiken
- geringes Körpergewicht
- Essverweigerung
- kognitive Einschränkung
Ernährung
- kleine Mahlzeiten anbieten
- Unterstützung beim Essen
Expertenstandards
- Ernährungsmanagement
- Sturzprophylaxe
Bedürfnisse
- Sicherheit
- Zugehörigkeit
Angehörige
- Beratung
- Entlastungsangebote
Alternativen
- Niedrigbett
- enge Begleitung
Anspruch
Demenzpflege erfordert individuelles Verständnis.
Pflegerische Maßnahmen (5-W-System)
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Die Pflegefachperson begleitet Frau Meier bei Unruhe oder aggressivem Verhalten kontinuierlich ruhig und validierend, spricht sie mit ihrem Namen an und greift ihre Aussagen auf, um Angst zu reduzieren und Sicherheit zu vermitteln.
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Die Pflegefachperson schützt den Verband aktiv, indem sie Frau Meier bei entsprechenden Bewegungen beobachtet, frühzeitig eingreift und durch Ablenkung oder Ansprache das Entfernen verhindert, um Wundkomplikationen zu vermeiden.
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Die Pflegefachperson gestaltet die Umgebung übersichtlich und ruhig, orientiert Frau Meier regelmäßig durch einfache, klare Informationen zu Ort und Situation, um Desorientierung und Angst zu reduzieren.
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Die Pflegefachperson bietet mehrmals täglich kleine, angepasste Mahlzeiten und Getränke an, unterstützt aktiv bei der Nahrungsaufnahme und achtet auf Vorlieben, um die Ernährungssituation zu verbessern und Mangelernährung vorzubeugen.
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Die Pflegefachperson beobachtet kontinuierlich das Verhalten, die Nahrungsaufnahme und den Allgemeinzustand und dokumentiert Veränderungen, um frühzeitig Risiken zu erkennen und Maßnahmen anzupassen.
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Die Pflegefachperson führt mit dem Ehemann regelmäßig Gespräche, erklärt das Verhalten seiner Frau verständlich und zeigt konkrete Umgangsstrategien, damit er Sicherheit gewinnt und entlastet wird.
Typische Fehler (Prüfung)
- Verhalten als Störung sehen
- vorschnell fixieren
- korrigieren statt verstehen
- Ernährung unterschätzen
- Angehörige nicht einbeziehen
Merksatz
Verhalten verstehen, Sicherheit geben, nicht korrigieren.