Fallbeispiel – Atemprobleme und Kommunikation bei beatmetem Patienten

Atemmanagement, Tracheostomapflege und Umgang mit Konflikten in der Pflege.

Fall 1 von 35

Fallsituation

Sie arbeiten als Pflegefachperson in einer Intensiv-Wohngemeinschaft.

Der 60-jährige Herr Schuster lebt nach einem schweren Unfall mit einer Tetraplegie. Er wird über ein Tracheostoma beatmet.

Herr Schuster ist wach, orientiert und kann sprechen, wenn die Trachealkanüle entblockt ist.

Beim Betreten des Zimmers wirkt er angespannt und unruhig. Er sagt:

„Ich bekomme schlecht Luft…“

Sie wissen, dass es zuvor zu einem Konflikt mit einer Pflegekraft gekommen ist.

Zusätzlich wirkt Herr Schuster emotional belastet. Seine Körpersprache ist angespannt, er erscheint traurig und verunsichert.

👉 Typische Prüfungssituation:

  • beatmeter Patient
  • Atemnot
  • Tracheostoma
  • mögliche Komplikation
  • emotionale Belastung
  • Konfliktsituation

STOP. Erst denken.

🧠 Wie gehe ich an diesen Fall heran?

Nicht reden, nicht diskutieren, nicht analysieren.

👉 Erst sichern:

Ist die Atmung gefährdet?

Herr Schuster sagt:

  • „Ich bekomme schlecht Luft“

👉 Das ist ein akutes Warnsignal.

Mögliche Ursachen:

  • Sekretverlegung
  • verrutschte Kanüle
  • technische Störung

👉 Das kann lebensbedrohlich werden.

Konflikt ist zweitrangig.

Meine Denkstruktur:

  1. Atmung sofort überprüfen
  2. Tracheostoma kontrollieren
  3. Ursache klären
  4. ggf. Maßnahmen einleiten
  5. Patient beruhigen
  6. danach Gespräch führen

Prioritäten im Fall (prüfungsrelevant)

  1. Atmung sofort sichern
    → lebenswichtig

  2. Tracheostoma kontrollieren
    → Durchgängigkeit prüfen

  3. Komplikationen erkennen
    → z. B. Sekret, Lageproblem

  4. Patient beruhigen
    → Angst reduzieren

  5. Konflikt klären
    → Vertrauen wiederherstellen


Prüfungsentscheidung

Herr Schuster klagt über Atemnot.

Was ist die wichtigste Maßnahme?

A) Gespräch führen
B) Atmung und Tracheostoma sofort überprüfen
C) Situation beobachten
D) Kollegen informieren

✅ Antwort und Begründung anzeigen

Bewertung

Richtig: B – Atmung und Tracheostoma sofort überprüfen

👉 Atemnot = akute Gefahr

Die Ursache muss sofort geklärt werden.

Nur so ist möglich:

  • schnelle Intervention
  • Sicherung der Atmung
  • Vermeidung einer Verschlechterung

Falsche Antworten:

  • A → Gespräch ist nachrangig
  • C → Abwarten ist gefährlich
  • D → verzögert Maßnahmen

👉 Prüfungsregel:
Atmung vor Kommunikation


📝 Prüfungsfragen anzeigen

Prüfungsfragen

  1. Nennen Sie zwei Maßnahmen bei akuter Atemnot.
  2. Beschreiben Sie zwei Beobachtungskriterien.
  3. Nennen Sie zwei Komplikationen beim Tracheostoma.
  4. Welche Grundsätze gelten bei der Pflege?
  5. Formulieren Sie eine Pflegediagnose.
  6. Nennen Sie ein Pflegeziel.
  7. Beschreiben Sie zwei Konfliktlösungen.
  8. Warum ist Kommunikation wichtig?

🔍 Lösung anzeigen

Lösungen

Maßnahmen bei Atemnot

  • Atemwege kontrollieren
  • ggf. absaugen

Beobachtung

  • Atemfrequenz
  • Sauerstoffsättigung

Komplikationen

  • Sekretverlegung
  • Infektion

Grundsätze

  • aseptisch arbeiten
  • schonend vorgehen

Pflegediagnose

Beeinträchtigte Atmung bei Tracheostoma.


Pflegeziel

Sichere und freie Atmung.


Konfliktlösung

  • ruhiges Gespräch
  • Team einbeziehen

Kommunikation

Schafft Vertrauen und Sicherheit.


Typische Fehler (Prüfung)

  • Atemnot nicht priorisieren
  • zu lange warten
  • Fokus auf Gespräch
  • Tracheostoma ignorieren
  • Konflikt falsch gewichten

Merksatz

Atemnot ist immer ein Notfall, zuerst handeln, dann sprechen.

So gehst du sinnvoll weiter