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Pflegediagnosen

Zu diesem Thema findest du Lernskripte, Prüfungsfälle und passende Quiz-Inhalte.

Pflegediagnosen einfach erklärt

Pflegediagnosen sind ein zentraler Bestandteil des Pflegeprozesses. Sie helfen Pflegefachpersonen dabei, pflegerische Probleme, Ressourcen und Risiken systematisch zu erkennen und zu beschreiben.

Im Gegensatz zu medizinischen Diagnosen beschreiben Pflegediagnosen nicht die Erkrankung selbst, sondern die Auswirkungen auf die pflegerische Versorgung.

Weiterführende Inhalte zu Pflegediagnosen

Wenn du Pflegediagnosen sicherer formulieren möchtest, helfen dir diese vertiefenden Seiten:

Warum sind Pflegediagnosen wichtig?

Pflegediagnosen helfen dabei:

  • Pflegeprobleme systematisch zu erfassen
  • Pflegeziele abzuleiten
  • Pflegemaßnahmen zu planen
  • Pflege fachlich zu begründen
  • die Kommunikation im Team zu verbessern

Sie bilden die Grundlage jeder professionellen Pflegeplanung.

Medizinische Diagnose und Pflegediagnose

Viele Auszubildende verwechseln diese beiden Begriffe.

Medizinische Diagnose

Beschreibt eine Krankheit oder Verletzung.

Beispiele:

  • Diabetes mellitus
  • Schlaganfall
  • Pneumonie
  • Oberschenkelhalsfraktur

Pflegediagnose

Beschreibt die Auswirkungen auf die pflegerische Versorgung.

Beispiele:

  • Beeinträchtigte Mobilität
  • Akuter Schmerz
  • Selbstversorgungsdefizit
  • Risiko für Stürze

Merke

Ärztinnen und Ärzte diagnostizieren Krankheiten.

Pflegefachpersonen diagnostizieren Pflegeprobleme, Ressourcen und Risiken.

Pflegediagnose oder Pflegeproblem?

Viele Auszubildende fragen sich, ob ein Pflegeproblem und eine Pflegediagnose dasselbe sind.

Ein Pflegeproblem beschreibt zunächst eine Beobachtung oder einen pflegerischen Unterstützungsbedarf.

Beispiele:

  • Schmerzen
  • Atemnot
  • Unsicherer Gang
  • Eingeschränkte Selbstversorgung

Eine Pflegediagnose geht einen Schritt weiter.

Sie beschreibt das Problem strukturiert, begründet die Ursachen und berücksichtigt Symptome sowie Ressourcen.

Beispiel

Pflegeproblem:

Patient benötigt Unterstützung beim Aufstehen.

Pflegediagnose:

Beeinträchtigte Mobilität aufgrund postoperativer Schmerzen, erkennbar an unsicherem Gang und Hilfebedarf beim Aufstehen. Mobilisation mit Rollator möglich.

Merke

Das Pflegeproblem ist die Beobachtung.

Die Pflegediagnose ist die fachlich begründete Beschreibung dieses Problems.

Das PESR-Schema

Pflegediagnosen werden häufig mit dem PESR-Schema formuliert.

Vertiefung:

Pflegediagnosen Beispiele mit PESR

P = Problem

Welches pflegerische Problem liegt vor?

Beispiel:

Beeinträchtigte Mobilität

E = Einflussfaktoren

Warum besteht das Problem?

Beispiel:

Schmerzen nach Hüftoperation

S = Symptome

Woran erkenne ich das Problem?

Beispiel:

Unsicherer Gang, Hilfebedarf beim Aufstehen

R = Ressourcen

Was kann die Person noch selbst?

Beispiel:

Mobilisation mit Rollator möglich

Beispiel einer Pflegediagnose

Fallsituation

Frau Müller wurde vor zwei Tagen an der Hüfte operiert.

Sie benötigt Unterstützung beim Aufstehen und gibt Schmerzen mit NRS 7 an.

Mit ihrem Rollator kann sie kurze Strecken gehen.

Pflegediagnose nach PESR

P: Beeinträchtigte Mobilität

E: Schmerzen nach Hüftoperation

S: Unsicherer Gang, Hilfebedarf beim Aufstehen, Schmerzangabe NRS 7

R: Mobilisation mit Rollator möglich, motiviert zur Mitarbeit

Weitere Beispiele findest du hier:

Pflegediagnosen Fallbeispiele

Häufige Pflegediagnosen in der Pflegeausbildung

In Prüfungen tauchen bestimmte Pflegediagnosen besonders häufig auf. Wer diese kennt und sicher formulieren kann, hat bei Fallaufgaben einen großen Vorteil.

Beeinträchtigte Mobilität

Die pflegebedürftige Person kann Bewegungen nur eingeschränkt oder unter Hilfestellung durchführen.

Beispiele:

  • nach Hüftoperation
  • nach Schlaganfall
  • bei starker Schwäche
  • bei Schmerzen

Akuter Schmerz

Die Person berichtet über Schmerzen oder zeigt typische Schmerzzeichen.

Beispiele:

  • nach Operationen
  • bei Verletzungen
  • bei akuten Erkrankungen

Selbstversorgungsdefizit

Die Person kann Aktivitäten des täglichen Lebens nicht vollständig selbstständig durchführen.

Beispiele:

  • Körperpflege
  • Ankleiden
  • Essen und Trinken
  • Toilettengang

Beeinträchtigte Atmung

Die Atmung ist erschwert oder nicht ausreichend.

Beispiele:

  • COPD
  • Asthma bronchiale
  • Pneumonie
  • Herzinsuffizienz

Vertiefung:

Risiko für Stürze

Es bestehen Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes erhöhen.

Beispiele:

  • Gangunsicherheit
  • Schwindel
  • Medikamente
  • Muskelschwäche

Prüfungs-Tipp

In Fallaufgaben solltest du immer überlegen:

  1. Welches Pflegeproblem liegt vor?
  2. Woran erkenne ich es?
  3. Welche Ursachen gibt es?
  4. Welche Ressourcen sind vorhanden?

Genau daraus entsteht später die Pflegediagnose nach PESR.

Pflegediagnosen bei COPD

COPD gehört zu den häufigsten Krankheitsbildern in der Pflegeausbildung und taucht regelmäßig in Prüfungen auf.

Bei Menschen mit COPD stehen häufig Atemprobleme, Belastungsintoleranz und ein erhöhter Unterstützungsbedarf im Mittelpunkt.

Ausführlicher erklärt:

Pflegediagnosen bei COPD

Mögliche Pflegediagnosen bei COPD

Beeinträchtigte Atmung

Die Atmung ist erschwert oder nicht ausreichend.

Mögliche Hinweise:

  • Dyspnoe
  • Einsatz der Atemhilfsmuskulatur
  • verlängerte Ausatmung
  • reduzierte Belastbarkeit

Aktivitätsintoleranz

Die Person ermüdet bereits bei geringer körperlicher Belastung.

Mögliche Hinweise:

  • Atemnot beim Gehen
  • schnelle Erschöpfung
  • häufige Pausen notwendig

Ineffektives Gesundheitsmanagement

Die Person hat Schwierigkeiten, therapeutische Maßnahmen dauerhaft umzusetzen.

Mögliche Hinweise:

  • Inhalation wird nicht korrekt durchgeführt
  • Medikamente werden unregelmäßig eingenommen
  • Rauchen wird fortgesetzt

Beispiel

Fallsituation:

Herr Meier leidet an einer COPD GOLD III.

Bereits beim Gehen zum Badezimmer entwickelt er Atemnot und muss mehrfach pausieren.

Beispiel einer Pflegediagnose

P: Beeinträchtigte Atmung

E: Chronische Einschränkung der Lungenfunktion bei COPD

S: Dyspnoe bei geringer Belastung, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur

R: Kann Atemtechniken anwenden und arbeitet aktiv mit

Prüfungs-Tipp

Bei COPD-Fallaufgaben haben Atmung und Sauerstoffversorgung immer Vorrang vor Komfort, Mobilität oder Beratung.

Pflegediagnosen in der Pflegeprüfung

In der Pflegeprüfung geht es nicht nur darum, Fachbegriffe auswendig zu kennen.

Wichtiger ist, dass du Pflegeprobleme erkennst, begründest und sinnvoll priorisierst.

Mehr dazu:

Pflegediagnosen in der Pflegeprüfung

Typische Fehler beim Formulieren von Pflegediagnosen

Viele Auszubildende kennen die Theorie, machen in Prüfungen aber immer wieder dieselben Fehler.

Fehler 1: Medizinische Diagnose statt Pflegediagnose

Falsch:

Pneumonie

Richtig:

Beeinträchtigte Atmung

Die Pflegediagnose beschreibt das pflegerische Problem, nicht die Erkrankung.

Fehler 2: Symptome als Problem formulieren

Falsch:

Unsicherer Gang

Richtig:

Beeinträchtigte Mobilität

Der unsichere Gang ist ein Symptom, nicht das eigentliche Pflegeproblem.

Fehler 3: Ressourcen vergessen

Viele Auszubildende beschreiben nur Probleme.

In einer guten Pflegediagnose werden auch vorhandene Fähigkeiten berücksichtigt.

Beispiel:

  • Mobilisation mit Rollator möglich
  • selbstständiges Essen möglich
  • hohe Motivation zur Mitarbeit

Fehler 4: Ursachen und Symptome verwechseln

Beispiel:

Problem:

Beeinträchtigte Mobilität

Ursache:

Schmerzen nach Operation

Symptom:

Hilfebedarf beim Aufstehen

Diese Bereiche müssen sauber voneinander getrennt werden.

Fehler 5: Zu allgemeine Formulierungen

Falsch:

Patient hat Probleme.

Richtig:

Beeinträchtigte Mobilität aufgrund postoperativer Schmerzen.

Je konkreter die Formulierung, desto besser lässt sich die Pflegeplanung ableiten.

Prüfungs-Tipp

Prüfer achten häufig weniger auf perfekte Fachbegriffe als auf eine nachvollziehbare pflegerische Denkstruktur.

Wer Problem, Ursache, Symptome und Ressourcen logisch darstellen kann, erreicht meist deutlich bessere Ergebnisse.

Typische Prüfungsfragen

Frage 1

Was beschreibt eine Pflegediagnose?

Antwort:

Pflegediagnosen beschreiben pflegerische Probleme, Ressourcen oder Risiken und deren Auswirkungen auf die pflegerische Versorgung.

Frage 2

Was ist der Unterschied zwischen einer medizinischen Diagnose und einer Pflegediagnose?

Antwort:

Die medizinische Diagnose beschreibt eine Erkrankung.

Die Pflegediagnose beschreibt die pflegerischen Folgen dieser Erkrankung.

Frage 3

Wofür steht das R im PESR-Schema?

Antwort:

R steht für Ressourcen.

Ressourcen beschreiben Fähigkeiten, Stärken und Möglichkeiten der pflegebedürftigen Person.

Typische Fehler in Prüfungen

  • Medizinische Diagnosen als Pflegediagnosen formulieren
  • Ursachen und Symptome verwechseln
  • Ressourcen vergessen
  • Beobachtungen nicht begründen
  • Pflegediagnosen zu allgemein formulieren

Mini-Quiz

Welche Antwort beschreibt eine Pflegediagnose?

A) Diabetes mellitus

B) Schlaganfall

C) Beeinträchtigte Mobilität

D) Pneumonie

Lösung

✅ C) Beeinträchtigte Mobilität

Die anderen Antworten sind medizinische Diagnosen.

Pflegediagnosen und Kompetenzbereich I

Pflegediagnosen gehören zu den wichtigsten Inhalten des Kompetenzbereichs I in der generalistischen Pflegeausbildung.

In Prüfungen müssen Auszubildende regelmäßig:

  • Pflegeprobleme erkennen
  • Ressourcen erfassen
  • Pflegediagnosen formulieren
  • Pflegeziele ableiten
  • Maßnahmen begründen

Deshalb sind Pflegediagnosen eng mit dem Pflegeprozess und Kompetenzbereich I verbunden.

Zusammenfassung

Pflegediagnosen beschreiben pflegerische Probleme, Ressourcen und Risiken.

Sie bilden die Grundlage für Pflegeziele und Pflegemaßnahmen.

Das PESR-Schema hilft dabei, Pflegediagnosen systematisch und prüfungssicher zu formulieren.

Merksatz

Krankheiten diagnostiziert der Arzt. Pflegeprobleme diagnostiziert die Pflegefachperson.

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